Mein Lieblings-T-Shirt

Man könnte das Bild auch mit “Meister und Schüler” betiteln. Als Schüler von Sri Chinmoy hatten wir oft die Gelegenheit, ein T-Shirt zu erwerben, dass ein Ereignis, einen Jahrestag oder einfach das Bewusstsein des Meisters verkörpert. Von all diesen T-Shirts in den vielfältgsten Farben und Designs ist dieses mein liebstes. Es zeigt Sri Chinmoy in seinen jungen Jahren in Pondichery, wo er in einem Ashram lebte. CKG sind ja die Kürzel für Chinmoy Kumar Ghose, seinen vollen Namen. Und immer wenn ich dieses T-Shirt anhabe, erinnere mich an die zahllosen schönen Momente, die uns der Meister in den vergangen 30 Jahren gegeben hat, an seinem Wohnort in Queens (NY), auf Reisen und Konzert-Tourneen durch Europa oder auf den sogenannten “Christmas Trips” – Reisen in ferne Länder rund um die Weihnachtzeit und den Jahresbeginn… Es erinnert mich auch an seine Zeit in Indien, wo er bereits mit 13 Jahren Gott verwirklichte und sich in langen Meditationen und intensiven sportlichen Betätigungen auf seine Manifestationsarbeit im Westen vorbereitete, wo er sich mit Herz und Seele für Frieden und Harmonie auf der Welt einsetzte. – Kedar Misani, Zürich
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Schmerzen nach Prasad verflogen

Einige Tage vor Sri Chinmoys 59. Geburtstag, machte ich ein paar leichte Läufe, so dass ich für den 47-Meilen-Lauf, der jährlich an Sri Chinmoys Geburtstag abgehalten wird, frisch sein würde. Plötzlich fühlte ich einen heftigen Schmerz im unteren Teil meiner Wirbelsäule und konnte mein linkes Bein nicht mehr heben und mich auch nicht mehr nach vorne beugen. Langsam ging ich zurück zu meiner Unterkunft. Am Abend vor seinem Geburtstag gab Sri Chinmoy Prasad, gesegnete Nahrung, im Park. Ich saß ganz in der Nähe von ihm. Mein Rücken war sehr steif und schmerzte, wann immer ich mich vorbeugte und versuchte, zu rennen. Doch ich wollte wirklich die 47 Meilen laufen, da ich wusste, dass es Sri Chinmoy große Freude bereitet, wenn er uns beobachtet, wie wir durch das Laufen spirituellen Fortschritt machen. Ich schaute in Sri Chinmoys Augen und alles was ich sehen konnte war Mitleid. Innerlich sagte ich: “Meister, ich möchte heute Nacht die 47 Meilen laufen, doch mein Rücken bringt mich um. Ich werde mich am Start aufstellen und wie weit ich laufen werde, hängt davon ab, wie weit du mich tragen willst.” Nach dem Prasad fühlte ich mich inspiriert einen Hügel hinunter zu laufen. Drei Stunden zuvor wäre dies außer Frage gewesen. Voller Freude und Dankbarkeit stellte ich fest, dass ich den Hügel sehr schnell hinunter lief. In dieser Nacht beendete ich den 47-Meilen Lauf und fühlte keine Spur vom Rückenschmerz.

-Simahin Pierce, Auckland, Neuseeland

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Mein neuer Geburtstag

Ich wurde am 24. März geboren, aber durch mildernde Umstände feiere ich meinen Geburtstag nun am 27. Februar. Einmal sagte Sri Chinmoy, mein spiritueller Meister, ich sollte erklären, warum ich dies tue und ich erzählte Sri Chinmoy, dass ich die Geschichte bereits unzählige Male erzählt hatte.Diese Geschichte ereignete sich Jahre bevor ich Sri Chinmoy traf. Ich befand mich auf der Rückreise einer Weltumrundung und war gerade auf einem russischen Passagierschiff. Wir waren in der Mitte des Pazifiks und ich saß im Schachraum und spielte mit mir selbst. Da kam ein Engländer herein und fragte, ob ich spielen wollte. Ich sagte: “Natürlich.” Er war wirklich kein guter Schachspieler, doch er war eine sehr gute Person. Er erzählte mir, dass er sieben Jahre in einem thailändischen Kloster verbracht hatte und dass ihm dort von einer Sri Chinmoy Meditation und Gott-Verwirklichung gelehrt worden war. Er befand sich nun auf der Rückreise nach England, wo er nach einem neuen Meister schauen wollte, der ihn auf seiner Suche nach Gott weiterbringen konnte. 

Durch Gottes Gnade war ich zumindest empfänglich. Es machte schließlich Sinn, was er sagte, und ich erinnere mich, wie ich fragte: “So, und wie verwirklicht man Gott?” Er antwortete: “durch Meditation.” Und ich machte mich auf die Socken. Um ein Uhr morgens ging ich auf ein kleines Deck, wo ich zu meditieren anfing. In dem Augenblick, wo ich mich niedersetzte, erschien mir Sri Chinmoy und umarmte mich, so wie eine Mutter ihr kleines Kind umarmen würde, das für Tausende von Jahren verloren war und nun wieder gefunden wurde. Ich weinte eine ganze Stunde lang aus lauter Dankbarkeit. Dies war der 27. Februar.

Nachdem ich dann Schüler von Sri Chinmoy geworden bin, wurde ich einmal in sein Haus eingeladen, wo er am 27. Februar den Geburtstag eines anderen Schülers feierte. Plötzlich sagte Sri Chinmoy zu mir: “So, ist heute nicht auch dein Geburtstag?” Plötzlich machte es Klick und ich erkannte, das dies derselbe Jahrestag war, an dem ich diese Erfahrung auf dem Schiff hatte. Sri Chinmoy hatte mich daran erinnert. -Databir Watters, New York

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Unter Gottes Schutz

Am Jahrestag, an dem Sri Chinmoy 7000 Pounds (ca 3500 kg) gehoben hatte, kamen einige Schüler auf die Idee, das Ereignis zu feiern, indem sie 7000 Kerzen in unserem New Yorker Meditations-Zentrum anzünden wollten. Der Boden war mit Tabletts aus Alu-Folie bedeckt, auf denen kleine, kurze Kerzen standen – 7000 Stück insgesamt. Die Wände und Pfosten waren voll mit Dekoration. Luftallons und farbige Dekorationen aus Krepp-Papier hingen von der Decke. Erwähnenswert ist noch, dass hundert oder mehr Schüler im Raum waren, die friedlich meditierten, als das Drama sich entfaltete. 

Als die Nachricht kam, dass Sri Chinmoy auf dem Weg zur Halle war, begannen ein Dutzend Schüler die Kerzen so schnell wie möglich anzuzünden. Dann kamen mehr und mehr Schüler um zu helfen. Innerhalb von Minuten wurde soviel Hitze geschaffen, dass die ganzen Kerzen schmolzen. Bald bildeten sich kleine Pfützen von geschmolzenem Wachs, mit kurzen Dochten, die das Feuer nährten. Noch immer zündeten die Schüler wie wild mehr Kerzen an. Sie wollten versuchen, alle Kerzen anzuzünden bevor Sri Chinmoy durch die Türe hereinkam. Die Halle wurde stickig und war voller Rauch. Die meisten Tabletts waren angezündet, bevor das erste Zeichen einer Gefahr auftauchte. Eines der Tabletts geriet außer Kontrolle. Wachs lief über den Boden. Das Tablett vor mir wurde zu einem Gefäß mit einer brennenden Flüssigkeit. Die Hitze war so groß, dass ich nicht mehr näher an das Tablett gehen konnte. Es bestand die Gefahr, dass sich die am Pfosten herabhängende Dekoration entzündete. Plötzlich ging auf der anderen Seite des Zimmers ein Tablett in Flammen auf; die Flammen schossen in die Höhe. Das Wachs hatte sich zu einem Punkt erhitzt, wo es keinen Docht mehr brauchte, um sich zu entzünden. Die Hitze vom Feuer genügte, um genügend Wachs zu verdampfen und um die Flammen zu nähren. Wir standen vor dem Ausbruch eines Infernos.

Panisch begannen die Schüler die Flammen auszublasen. Doch selbst als es uns gelang, einige Tabletts auszublasen, entzündeten sich die Flammen von neuem. Das Tablett vor mir explodierte erneut und die Flammen erreichten fast die Decke. Die Dekoration war von den Flammen eingeschlossen und bis zum heutigen Tag verstehe ich nicht, weshalb sie sich nicht entzündeten. Wie ich so am Boden entlang kroch, und die größtmögliche Anstrengung unternahm, die schlimmsten Tabletts auszublasen, sah ich, wie sich ein Schüler mit einem Eimer Wasser näherte. Ich wusste, dass man bei brennenden Flüssigkeiten niemals mit Wasser löschen darf, doch der Schüler kam zu schnell, als dass ich hätte reagieren können. Das Wasser traf das heiße Wachs und verspritze es überall auf dem Boden rund um den Pfosten mit der herabhängenden Dekoration. Das verspritzte Wachs explodierte sofort in einem Feuerball rund um den Pfosten. Wir befanden uns nun in einer ernsthaften Lage. Ich blies weiter aus, soviel ich nur konnte und ich betete, betete und betete. Mir wurde schwindlig vom vielen Ausblasen und ich jagte die Flammen im Kreis, ich blies sie hier aus und dort entflammten sie sich wieder neu. Doch erstaunlich war, als ich die Flammen um den Pfosten aus blies, entzündeten sie sich nicht mehr.

Zu der Zeit hatten die Schüler die meisten Kerzen ausgeblasen. Die Leute husteten und hatten Atemprobleme durch den Rauch; man lief in großer Verwirrung und Angst umher. Einige suchten nach Feuerlöschern, doch man fand nur einen kleinen. Der Raum war drückend heiß und von Rauch erfüllt. Dann erschien Sri Chinmoy an der Hintertür. Die meisten von uns waren unter Schock. Sri Chinmoy stand hinten im Raum ohne ein Wort zu sagen – er schaute sich nicht um, er meditierte nur. Ich fragte mich, ob wir die Feierlichkeit in eine Katastrophe verwandelt hatten. Ich rannte nach hinten, um ein Fenster aufzumachen, damit frische Luft hereinkommt. Doch die Luft außen war totenstill. Wir hatten zwei kleine Fenster geöffnet, aber es kam keine frische Luft herein, noch ging Luft hinaus. Doch innerhalb von zwei Minuten klärte sich der Rauch, die Temperatur ging auf Normaltemperatur zurück und die Angst verschwand. Sri Chinmoy ging nach vorne zur Bühne und wir fuhren mit den Feierlichkeiten fort, als ob sich nichts Ungewöhnliches ereignet hätte. Und ich wusste, dass wir alle Zeugen eines Wunders waren.

- Noivedya Brower, Australien

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Dankbarkeit

Meine Mutter starb und verließ den Körper am 4. März 1987. Sie stand mir sehr nahe und ich trauerte eine lange Zeit, bis ich innerlich völlig gefühllos wurde. Während der Zeit als sie den Körper verließ, war ich glücklich, dass sie von ihren körperlichen Leiden befreit war, und Sri Chinmoy, mein spiritueller Meister, tröstete mich äußerlich und innerlich. Doch es fühlte sich an, als ob ein Teil meines Wesens gestorben wäre. Ich konnte nichts mehr fühlen. Acht Monate später schaute ich einen Stapel Beileidskarten durch, die ich aufgehoben hatte. Als ich anfing die liebenden Erinnerungen zu lesen, die die Menschen mit meiner Mutter teilten, begann ich zu weinen. Ich weinte und weinte, bis ich ganz erschöpft war. Ich wurde von einer emotionalen Flut überwältigt, nach der das Einzige, was ich noch zu tun fähig war, war, mich zum Schlafen hinzulegen. 

Ich erzählte niemandem, warum ich am nächsten Tag so traurig war. An diesem Abend rief Sri Chinmoy unser Meditationzentrum in Seattle an. Sri Chinmoy rief zu Ehren des Jahrestages der Gründung dieses Zentrums an. Er sprach mit jedem einzeln am Telefon. Das erste, was er zu mir sagte, als ich am Telefon war: “Gutes Mädchen, du kannst deine Mutter lächelnd und begeistert im Herzen deines Meisters sehen.” In diesem Augenblick erkannte ich Sri Chinmoys Einsseins-Tiefe. Eines Tages hoffe ich, dass ich meine tiefe Dankbarkeit erkennen werde. – Pipasa Glass (New York)

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Schicksalhafte Fügungen

Sri Chinmoy arrangierte viele schicksalhafte “Fügungen”. Vor Jahren ging ich nach Thailand und traf einen frommen kambodschanischen Mönch, der mich fragte, ob ich mich in den Vereinigten Staaten nach einem alten Freund von ihm erkunden könnte. Nach meiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten konnte ich den Freund nicht finden. Zwei Jahre später,- ich war anlässlich des Erntedankfests bei Verwandten zum Abendessen eingeladen – tauchte dieser Freund auf, einmal halb um die Welt. Doch die Geschichte endet nicht hier. Fünfzehn Jahre später besuchte ich ein Konzert, das Sri Chinmoy in Providence, Rhode Island, gab. Zum Konzert waren einige bekannte Leute eingeladen worden, die von Sri Chinmoy durch Hochheben geehrt werden sollten. Wie sich herausstellte, war einer der geladenen Gäste der thailändische Mönch, der nun hier im Exil lebte, und der nun der Oberste Patriarch der kambodschanischen Buddhisten war. Es war ein herzliches Wiedersehen. – Nayak Lincoln Polissar, Seattle, USA
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Zweimal 25 Meilen laufen

Um Sri Chinmoys 50. Geburtstag zu ehren, organisierten die Schüler in New York einen 25 -Meilen-Lauf (50 Runden), der den steilen Hügel der 150sten Straße hinauf und hinunter ging. Für den Lauf brauchte ich etwa fünf Stunden und dreißig Minuten. Am nächsten Tag wurde diese Strecke von einer anderen Gruppe gelaufen und am dritten Tag lud Sri Chinmoy noch weitere Schüler ein, diese Strecke zu laufen. Er fügte dann noch hinzu: “Jene, die es noch mal wagen wollen, können es tun.” Ich war fassungslos bei der bloßen Vorstellung es nochmals zu versuchen! Im Augenblick konnte ich kaum gehen, weil ich von den Anstrengungen des ersten Tags noch so steif war. Doch irgendetwas ließ es mich nochmals versuchen und ich brauchte nur zwanzig Minuten länger! Das war ein wirkliches Wunder, da die Inspiration für mich eher auf der mentalen Ebene arbeitet als auf der physischen Ebene. - Nemi Fredner (New York)
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Meine erste Begegnung mit Sri Chinmoy

Es war an einem wunderbaren sonnigen Samstag – der 18. Februar 1990 – am Flughafen Nürnberg. Sri Chinmoy kam zu einer Konzerttour nach Deutschland. Ich war ein ganz neuer Meditationsschüler, gerade mal seit 5 Monaten dabei. Da Sri Chinmoy auch in Nürnberg ein Konzert gab, kamen natürlich viele Schüler, um Ihren Meister zu sehen. Ich kümmerte mich mit einem anderen Schüler um den Anmeldungstisch, an dem die angereisten Schüler Ihre Unterlagen für ihre Unterkünfte während der Konzert-Tournee bekamen. Wir hatten einen Tapeziertisch in der Ankunftshalle stehen. Nach kurzer Zeit bildete sich eine Warteschlange, bis irgend einer sagte, Sri Chinmoy sei gelandet. Von einem Augenblick auf den anderen waren alle verschwunden, denn sie wollten alle einen Blick auf den Meister werfen. Für mich war das in diesem Augenblick etwas merkwürdig, wie alle davon rannten. Es dauerte nicht lange bis ein Tross von Leuten wieder zurück kam und zum Ausgang ging. Ich vermutete, dass Sri Chinmoy mitten unter den Leuten war. Dann kam auch schon die Flughafenpolizei und wollte wissen, was denn hier los sei. Ich war die ganze Zeit am Anmelde-Tisch. Nach kurzer Zeit kam einer der Schüler Sri Chinmoys und sagte zu uns, dass es draußen vor dem Gebäude Prasad, geweihte Nahrung, gibt und wir uns doch auch hingehen sollten. Ich bahnte mir meinen Weg durch die Menge und stand dann direkt vor Sri Chinmoy. Wow – ich fühlte sofort wie mein Herz aufging. Ich sah wie Sri Chinmoy jedem persönlich das Prasad überreichte. Das war schon sehr beeindruckend, aber noch gar nichts gegen das, was dann kam. Als ich vor Sri Chinmoy stand, schaute ich in seine Augen und diese lächelten und lächelten – in einer Art, wie ich es noch nie gesehen hatte. Gleichzeitig reichte mir Sri Chinmoy das Prasad. Ich ergriff es, aber er ließ es nicht los. Ich versank in Sri Chinmoys Lächeln – die Zeit blieb für mich stehen. Noch nie in meinem Leben hatte ich so eine vollkommene Liebe, so viel Freude und so viel Frieden verspürt. Ich wusste sofort, dass dies meine “Einweihung” war. Von diesem Zeitpunkt an war mir auch klar, warum Sri Chinmoys Schüler seine Nähe suchten. Jedes Mal, wenn ich an diese erste Begegnung denke, ist es, als wenn das alles gerade passieren würde – und mir kommen die Tränen in die Augen vor Freude und Glück. Jeder, der so etwas erleben durfte, weiß von dem Zeitpunkt an, dass er etwas Göttliches sah. -Mohan
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Eine Flut von Mitgefühl

Als meine Mutter an Krebs erkrankt war, sagte Sri Chinmoy, wenn ich sie das nächste Mal besuche, solle ich Fotos mitnehmen, auf denen ich mit ihm zu sehen sei. Einige Male kam sie aus ihrer völligen Unbewusstheit heraus und reagierte auf die Bilder, dann verlor sie wieder das Bewusstsein. Es schien, dass sie Sri Chinmoys Anwesenheit auch durch die Ärzte und Schwestern wahrnahm.

An meinem Geburtstag waren wir gerade in Venezuela auf dem Christmas-Trip, eine Reise, die Sri Chinmoy jedes Jahr um die Weihnnachtszeit gemeinsam mit seinen Schülern unternimmt. Dort rief mich mein Vater an, um mir mitzuteilen, dass meine Mutter verstorben sei. Nachdem Sri Chinmoy die Nachricht erhalten hatte, rief er mich in sein Zimmer. Sobald ich ihn sah, brach ich in Tränen aus.

Er sagte: “Weine nicht! Ich bin deine Mutter, ich bin dein Vater!” Ich sagte: “Guru, ich weine nicht wegen meiner Mutter, ich weine wegen deinem Mitgefühl.” Allein Sri Chinmoys Anwesenheit war wie eine Flut von Mitgefühl. Es war völlig überwältigend. Sri Chinmoy sagte mir, dass ich nicht zur Beerdigung zurückgehen sollte, ich würde dort nur weinen. Es war mir bewusst, dass er auf der spirituellen Ebene alles für meine Mutter tun würde, doch ich hatte die Befürchtung, dass mein Vater und meine Brüder mich sicherlich schimpfen und kritisieren würden, wenn ich nicht bei der Beerdigung anwesend wäre. Überraschenderweise war das nicht der Fall. Sehr behutsam sagte mein Vater: “Wir bitten dich nicht, dass du zurückkommst.” Doch ich hegte die Vermutung, dass eine verspätete Reaktion folgen würde; möglicherweise würden sie bei meiner Rückkehr nach New York mit mir schimpfen – doch ich wurde nicht im Geringsten kritisiert. Nichts ahnend hatten sie Sri Chinmoys göttliche Weisheit vollständig angenommen.

Einige Tage nach dem Tod meiner Mutter meditierten wir auf der breiten Veranda des Hotels. Sri Chinmoy schaute in den weiten blauen Himmel empor und sah dort einen einzelnen Vogel fliegen. Er sagte zu mir: “Das ist die Seele deiner Mutter. Der Käfig ist zerschmettert.” Monate später, als ich über all die Höhen und Tiefen sinnierte, die dem Tod meiner Mutter voraus gingen, dämmerte es mir, dass es ihr wahrscheinlich bestimmt gewesen wäre, früher zu sterben, doch dass Sri Chinmoy ihren Abschied so hinausgezögert hatte, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht in New York war. Sri Chinmoy sagte, es war bedeutsam, dass sie an dem Tag verschieden ist, an dem sie mich in die Welt gebracht hatte. Aus dem, was normalerweise eine tragische emotionale menschliche Erfahrung tragisch gewesen wäre, schuf Sri Chinmoy eine äußerst seelenvolle und bedeutungsvolle Erfahrung in meinem spirituellen Leben.

-Nemi Fredner, New York

 
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Gedanken lesen

Ich war erst seit ein oder zwei Jahren Schüler meines spirituellen Lehrers Sri Chinmoy, als ich mich mit ihm und einigen anderen Schülern auf eine Busfahrt begab, die von New York nach Kanada führte. Während der Busfahrt ging Sri Chinmoy im Busgang nach hinten, und gab jedem von uns kleine Bonbons als gesegnete Nahrung, sogenanntes Prasad. Da ich hinten im Bus saß, war ich einer der letzten, die Prasad bekamen. Als Sri Chinmoy sich auf den Weg zu seinem Sitz machte, der ganz vorne war, wünschte ich mir mit aller Kraft, jedoch im Stillen, dass ich für meine Familie, die daheim in Seattle war, Prasad mitnehmen könnte. Sri Chinmoy drehte sich sofort um und kam zurück. Er gab mir all die verbliebenen Bonbons und sagte: “Bitte nimm sie mit für deine Familie.” Bei einer anderen Gelegenheit, ich hatte eines der Geschäfte besucht, die von Schülern Sri Chinmoys geführt werden, und hatte Sri Chinmoy einen Brief geschrieben, in dem ich zuerst die guten Eigenschaften des Ladens würdigte und dann die guten Eigenschaften der Schüler, die ihn führten. An diesem Abend las Sri Chinmoy bei einem Treffen mit seinen Schülern den ersten Teil des Briefes über den Laden vor. Dann ließ er den Brief auf den Boden gleiten. Ich saß hinten in der Halle. Innerlich fragte ich mich, warum Sri Chinmoy den zweiten Teil des Briefes nicht vorgelesen hatte. Danach beugte sich Sri Chinmoy vor, hob den Brief vom Boden auf und las den zweiten Teil über die Besitzer vor.

 

-Nayak Lincoln Polissar, Seattle, USA

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