Gedanken lesen

Ich war erst seit ein oder zwei Jahren Schüler meines spirituellen Lehrers Sri Chinmoy, als ich mich mit ihm und einigen anderen Schülern auf eine Busfahrt begab, die von New York nach Kanada führte. Während der Busfahrt ging Sri Chinmoy im Busgang nach hinten, und gab jedem von uns kleine Bonbons als gesegnete Nahrung, sogenanntes Prasad. Da ich hinten im Bus saß, war ich einer der letzten, die Prasad bekamen. Als Sri Chinmoy sich auf den Weg zu seinem Sitz machte, der ganz vorne war, wünschte ich mir mit aller Kraft, jedoch im Stillen, dass ich für meine Familie, die daheim in Seattle war, Prasad mitnehmen könnte. Sri Chinmoy drehte sich sofort um und kam zurück. Er gab mir all die verbliebenen Bonbons und sagte: “Bitte nimm sie mit für deine Familie.” Bei einer anderen Gelegenheit, ich hatte eines der Geschäfte besucht, die von Schülern Sri Chinmoys geführt werden, und hatte Sri Chinmoy einen Brief geschrieben, in dem ich zuerst die guten Eigenschaften des Ladens würdigte und dann die guten Eigenschaften der Schüler, die ihn führten. An diesem Abend las Sri Chinmoy bei einem Treffen mit seinen Schülern den ersten Teil des Briefes über den Laden vor. Dann ließ er den Brief auf den Boden gleiten. Ich saß hinten in der Halle. Innerlich fragte ich mich, warum Sri Chinmoy den zweiten Teil des Briefes nicht vorgelesen hatte. Danach beugte sich Sri Chinmoy vor, hob den Brief vom Boden auf und las den zweiten Teil über die Besitzer vor.

 

-Nayak Lincoln Polissar, Seattle, USA

This entry was posted in Gedanken Gedanken lesen, Nayak. Bookmark the permalink.

Comments are closed.