Neues Leben durch Sri Chinmoy

Im Jahre 1990 während eines Abend-Konzerts bei den April-Celebrations, Feierlichkeiten die im April in New York zu Ehren der Ankunft Sri Chinmoys im Westen stattfinden, setzten bei mir plötzlich Atembeschwerden ein. Kritagyata, die Krankenschwester ist, schrieb eine kurze Notiz an Sri Chinmoy, meinen spirituellen Lehrer, um ihn darüber zu informieren. Er gab als Antwort, dass sie mich sofort ins Krankenhaus bringen sollten.
Die Nacht im Krankenhaus verlief sehr schwierig, trotz Sauerstoffzufuhr und all der Medikamente, die mir die Ärzte verabreichten. Als ich am Morgen erwachte fühlte ich mich sehr erschöpft und bemerkte einen Priester, der in meiner Nähe betete. (Es war ein katholisches Krankenhaus in dem ich lag.) Die Diagnose, die man für mich erstellt hatte, lautete Lungenembolie. Es waren Blutgerinnsel von meinen Beinen in meine Lunge gelangt. Da ich selbst Ärztin bin, wusste ich, dass die Überlebenschance sehr gering war und mein Herz begann mit Sri Chinmoy zu sprechen. Ich sagte: “Wenn es gut und notwendig ist, dass ich mit meiner Arbeit auf dieser Erde fortfahre, dann bitte Guru, komm und hilf mir!” Ich fühlte, dass ich am ersticken war und dass die medizinische Kunst nichts mehr für mich tun konnte. Kurz danach, da bin ich mir ganz sicher, sah ich Sri Chinmoy nahe bei meinem Bett sitzen. Er erzählte später einigen Schülern, dass meine Seele ihn ganz vehement gerufen hatte. Sri Chinmoys machtvolle Anwesenheit war dringend notwendig, denn nur sieben oder acht Sekunden später konnte ich wieder normal atmen. Ich sagte ihm: “Lieber Guru, ich danke dir, dass du mein Leben gerettet hast, ich kann wieder normal atmen.” Sri Chinmoy antwortete mir innerlich, dass ich meinem physischen Körper, der das jüngste Mitglied unserer inneren Familie – Körper, Vitales, Verstand, Herz und Seele – ist, nicht genügend Aufmerksamkeit schenke. Er gab mir den Rat, meine Rückreise nach Russland noch nicht genau festzulegen, sondern zu warten, da er wusste, dass Abarita und ich uns sehr darauf freuten, in diesem großen Land Vorträge über Sri Chinmoy zu geben. 

Als weitere Gerinnsel in der Lunge gefunden wurden, wurde eine neue Entscheidung in Bezug auf meine Krankheit gefällt. “Dringend notwendige Operation” lautete die Antwort des Gefäßchirurgen. Er setzte einen Filter in die untere Hohlvene meines Bauches ein, um die Gerinnsel abzufangen und um zu verhindern, dass weitere Gerinnsel von den Beinen in meine Lunge gelangten. Doch zwei Stunden nach der Operation kam das gleiche Gefühl der Atemnot mit schwerwiegenden Schmerzen zurück. Es gab nichts mehr, das mir physisch noch hätte helfen können. Ich wusste in diesem Augenblick, wie bereits zuvor, dass nur noch Sri Chinmoy mir helfen konnte. Der Grund, weshalb sich der Tod ein zweites Mal näherte, waren Komplikationen mit der wiederkehrenden Lungenembolie während der Operation, die begleitet waren von einer Brustfellentzündung. Dies beeinträchtigte meine Atmung noch mehr und ich bekam nicht genügend Sauerstoff für meinen Körper. Das letzte was ich hörte, bevor ich meine Augen gegen zwei Uhr morgens schloss, war ein Anruf von Kritagyata an Ashrita, der Nachrichten an Sri Chinmoy weitergab. Kritagyata sagte: “Sag Guru, dass sie stirbt. Wir wissen nicht, was wir noch tun können.” Ich werde niemals vergessen, wie ihr Gesicht mit so viel Liebe und Mitleid über mir schwebte. Ein Lächeln der Dankbarkeit kam von meiner Seele und dann verlor ich das Bewusstsein mit dem sicheren Gefühl, dass ich in den Händen des Supremes, von Gott war. Als ich meine Augen öffnete war es sieben Uhr am Morgen … und ich lebte noch. Während meiner Abwesenheit von der weltlichen Umgebung hatte ich die schönsten Landschaften gesehen, die man sich vorstellen kann: schöne grüne Wiesen voller Blumen, Flüsse, Schmetterlinge und Vögel und große Wälder mit einer reinen, milden Atmosphäre. Ich erinnere mich, dass ich göttliche, stille Musik gehört und wundervolle Farben gesehen hatte.

Nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, wünschte ich mir oft, diese überirdische Schönheit wieder sehen und fühlen zu können. Dieser Wunsch war so stark und wiederholte sich so oft, dass einige Schüler beschlossen, Sri Chinmoy davon zu erzählen. Darauf lies mich Sri Chinmoy eines Tages am Tenniscourt, einem Platz, auf dem wir uns versammeln um zu meditieren, zu sich rufen und ich durfte ihm gegenüber auf einem Stuhl Platz nehmen. Wir meditierten etwa zehn Minuten lang, doch um die Wahrheit zu sagen, ich hatte dabei die Zeit völlig vergessen. Ich fühlte die Schwingung einer sehr kraftvollen Energie um meine Hände und meinen Kopf und nach einigen Sekunden um mein ganzes Wesen. Mit dieser Energie kam eine großartige, reine Freude und Wonne. Um Sri Chinmoys Kopf sah ich eine gelbe Aura. Ich hätte gewünscht, dass es für immer dauerte, dieses außerordentliche Gefühl, den Körper nicht mehr zu spüren und die Erfüllung in der reinen Freude der Existenz zu finden.

So gab Sri Chinmoy mir ein neues Leben und zeigte mir, was ich während meines Aufenthalts hier auf Erden noch lernen musste: wie ich dieses göttliche Bewusstsein beibehalten kann. Er gab mir das Vertrauen und das Wissen, dass das Wesen, das All-Liebe, Güte und Mitleid verkörpert, immer das tun wird, was das Beste für uns und für jedermann ist. Diese Wahrheit bringt göttlichen Frieden – im Leben und im Tod. Dies war die wunderbare Lektion, die mein Herz diesen April lernte: wie man mit Sri Chinmoys Hilfe die Angst vor dem Tod überwinden kann. -Dr. Jagattarini Skreblin, Belgrad, Serbien

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